Geschichten #1
Der Wecker klingelt, diese nervige hohe Pieben, dass jeder kennt, der morgens früh raus zu Arbeit muss. Ich werde wach, ein kurzes Stöhnen und Kopfschütteln, dann merke ich, das ich nichtmehr im Traumland schlummere.
Der Blick auf die Uhr verrät mir: 6:30 Uhr, sehr gut noch 10 min. dösen.
Ich schrecke hoch: 'Verdammt!' denke ich, ich schaue wieder auf die Uhr 6:50. "Scheisse scheisse scheisse!" stöhne ich, "Warum pennt man immer weg, wenn man nur döst...nervig."
Ich suche halb blind meine Sachen zusammen, stürme nach unten in die Küche und sehe: nichts.
"Na super, niemand bequemt sich mir ne Schüssel hinzustellen! Ich bin schon so spät dran."
Das ich daran selbst Schuld bin oder ich vieleicht hätte gestern daran hätte denken können mir eine Schüssel hinzustellen, ignoriert mein Kopf seicht und geht direkt über zu "Schuld anderen zuschieben". Ich liebe mein Gehirn für seine Art zu denken, es erleichtert mir so einiges und rechtfertigt das Schimpfen über anderer Leute Unzuverlässigkeit und Unfähigkeit. In sowas bin ich Weltmeister, Fehler andere finden und ausnutzen bzw. bemängeln.
Wärend ich nachdenke läuft der Rest wie automatiesiert ab: Essen, alles wegstellen, hochstürmen, Kontaktlinsen rein, ah endlich nichtmehr Halbblind, Zähneputzen, Haare kurz richten anschauen, finden das man scheisse aussieht und losstürmen.
Mit Mappe samt Inhalt und einer schon leicht angenervten Laune, sowie unter Zeitdruck laufe ich zum Zug los.
Kopfhörer im Ohr schotten einen perfekt von der Umwelt ab, eine Laune steigt, als ich die ersten Beats aus den In-Ears vernehme und ich setze ein Lächeln auf. Was Musik für einen Effekt auf uns haben kann ist großartig, die Laune wie an einem Verstellrädchen kontrollieren, das kann sie perfekt.
7:26 zeigt mein Handy mir in großen Lettern an, verdammt beeil dich doch, sporne ich mich selbst an, beweg die Hufe!
Ich komme gerade pünktlich auf dem Bahnsteig an, mein Kumpel steht schon wartend und breit grinsend da. "Morgäähn, du hast dir jah wieder Zeit gelassen." sagt er grinsend.
"Ach...", ich schmeiße meine Tasche hin, "kennst mich doch, der Penner schlechthin und die ganze Welt ist ungerecht!". Wir lachen beide kurz auf, die Laune am morgen zu halten ist ein stilles Abkommen zwischen uns beiden, wir wollen sie nicht verlieren, weil ein mieser Start einen ebenso miesen Tag nach sich zieht.
Der Zug kommt mit kreischenden Rädern vor uns zum stehen, einsteigen und losfahren, wir schweigen, jeder ist in seinen Gedanken, doch bevor eben jene abgleiten, bricht irgendteiner das Scweigen: "Sagmal, hast du gelernt?", ertönt die Standartfrage von meinem Gegenüber.
"Naja....ein bisschen." antworte ich und er weiß, sowie jeder, ein bisschen heißt garnichts.
Wir schweigen wieder, da ertönt die blecherne Stimme der Büchse und verkündet mit emotionsloser Stimme unseren nächsten Halt.
Es ist nur eine Station, die ich jeden morgen zu fahren habe, also ist die Fahrt weder langandauernd noch aufregend.
Ich trete aus dem Zug und ziehe die frische Luft durch die Nase ein.
Man bewegt sich Richtung Ausgang und wir laufen die 5 min. bis zur Schule.
Als ich das Schulhaus betrete legt sich ein Schalter in mir um, ich bin jetzt der den hier alle kennen, aufgekrazt, gut gelaunt und nicht aus der Fassung zu bringen.
Der Klassenraum ist halb voll, mit einem "Juuuuuten Morgääähn" komme ich entspannt in den Raum, so sieht es jedenfalls aus.
Gemurmelte "Morgen`s" und "Hi`s" werden mir hingeworfen und ich gebe mich damit zufrieden meinen Job erledigt zu haben.
Die erste Stunde ist die, in der man selbst noch am wachesten ist, man passt auf, konzentriert sich und ist elangefüllt dabei. Das dieser Zustand exponentiel in den Folgestunden abnimmt und ab der 4ten Stunde vollends verschwunden ist, ergibt sich als Naturgesetz und Selbstverständlichkeit, die zu den Grundfesten eines jeden Schülerlebens gehört.
Es klingelt, wie die Himmelglocken. Die Klingel ist das zentrale Lustobjekt in jeder Stunde, man hasst sie, läutet sie die Stunde ein und liebt sie, wenn sie unserem gezwungenen Eifer ein Ende bereitet.
Ich bin mit Gedanken weit weg, woanders, abgedriftet und merke kaum, wie mein Sitznachbar meine Aufmerksakeit erregen will.
"Höah?" stoße ich halb abwesend in seine Richtung aus.
"Hast du zugehört?" fragt er mit hektischem Gesichtsausdruck.
"Ähm sagma hallo? Seh ick so aus oder was? Als wenn mich das interessiert.", sage ich souverän und mit meiner typischen lockeren und leicht proletischen Sprachwahl.
Die Antwort missfällt ihm, aber er dreht sich u und hört weiter zu, während meine Augen zufallen und ich wieder in das Land der schwarzen Schlieren und Gedanken abdämmere.
Die Klingel zur ersten Pause weckt mich und lässt mich merken, dass ich erfolgreich den Unterricht verpennt habe, innerlich mache ich einen Haken: Nicht aufgepasst? Check!
Mich ärgert meine Fauheit, aber ich komm da nur sehr schwer herraus.
Auf dem Pausenhof angekommen sehe ich plötzlich das, was man im allgemeinen Sprachgebrauch "Schwarm" nennt und das einem ganz schön den Kopf verdreht, ich schwärme nicht für sie, sondern liebe sie abgöttisch, das habe ich schmerzvoll über 1 Jahr erfahhren und mich damit abgefunden und leider, idealisiere ich sie auch,was so ziemlich jeder macht, der so verliebt ist, das er nurnoch einen einzigen Engel in der Person sieht, sie ist mein Engel und ich würde sie sogerne in den Arm nehmen und küssen, hier und sofort. Diese Gedanken habe ich so ziemlich jedes mal und sie wären mir öffentlich sehr peinlich, ausgesprochen vor anderen, aber mein Kopf gehört mir, schön abgeschottet, kommt niemand an die teils wirren oder komischen Gedanken des P. herran. Gut so denke ich.
_:Fortsetzung folgt:_
lg skie
skiedesire am 15. Mai 12
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Man darf es nicht zeigen
Kann man es zeigen?
Darf man es fühlen?
Was hindert mich? Nein...das tut es nicht.
Du...du hinderst mich, zu zeigen und zu fühlen,was ich will.
Ahnst du es? Weißt du es?
Man darf es nicht zeigen, weil man alleine steht mit seinem Gefühl.
Ich möchte bei dir sein, dein Atem spüren, dir in die Auge sehen und mich in ihrem Glanz verlieren.
Aber all diese Träume bleiben geheim...bleiben versteckt, du siehst es nicht und ahnst es nicht.
Egal, wie es auch steht...ich liebe dich.
skiedesire am 13. Mai 12
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Freundschaft
braucht man nicht zu betonen:
Man spürt sie oder spürt sie nicht.
Wenn man sie spürt, existiert sie,
wenn man sie nicht spürt,
nützen auch die schönsten Worte nichts.
Vergangenes lebt in uns weiter
Ein gewisser Weg zur Selbstfindung...ergibt sich, wenn man Dokumente aus älterer Zeit erneut liest...
Ich gehe. Wohin? Ich gehe ohne Sinn. Der Weg ist das Ziel! Werde ich also irgendwo ankommen? Ich suche mir ein Ziel. Ich schaue in den Himmel. Ist dort mein Ziel? Ich trotte durch die Landschaft. Der Boden unter meinen Füßen zieht vorüber. Ein Stein folgt dem anderen. Die Schnürsenkel fliegen durch die Luft. Ich gehe, ohne Ziel. Ich finde keines.Ich schaue mich um. Menschen über Menschen. Gesichter in endloser Zahl. Einige sind zu zweit. Wohin sie wohl gehen? Haben sie ein Ziel? Ich glaube schon! Es sieht so aus. Aber sollte man nur nach dem Äußeren gehen? Ich setze mich auf eine Bank neben dem Bürgersteig.
Ich beobachte die Leute. Ältere Personen mit langen Mänteln, Spazierstock und Plastikbeuteln. Gehen sie zum Einkaufen? Oder nacht Hause? Sie selbst wissen es. Glaube ich. Angestellte, mit Handy und Aktenkoffer. Gehen sie ins Büro? Oder nach Hause? Zu einem Geschäftstermin? Zu einem Rendezvous? Werden sie erwartet? Jugendliche, mit Daunenjacke, Cappy und Freund/Freundin im Arm. Gehen sie aus oder nach Haus? Verstecken sie sich vor ihren Eltern? Suchen sie Arbeit? Ich sehe Polizisten. Die wissen sicher, wohin sie gehen! Jetzt bleiben sie stehen und schauen sich um. Wissen sie es vielleicht doch nicht? Taxis fahren vorbei. Wenigstens haben sie ein Ziel. Entweder der nächste Taxistand, oder das Ziel ihrer Fahrgäste? Dann ist es ja doch nicht des Taxifahrers Ziel. Der Linienbus. Er fährt von einer Station zur nächsten, er hat ein Ziel vor Augen. An der Endstation dreht er um und fährt die Strecke zurück. Endlos? Vielleicht nicht, ich schätze schon! Ich stehe wieder von meiner Bank auf.
Ich sehe in ein Café. Tische mit mehreren Stühlen. Meist sitzen Pärchen dort. Hand in Hand. Ich schaue mich um. Es wird langsam dunkel. Wohin soll ich nun gehen, hab ich ein Ziel?
Hektik ist um mich herum aufgekommen. Was ist passiert? Ich sehe in fröhliche Gesichter. Menschen begrüssen sich, umarmen sich. Küssen sich. Die Straße leert sich. Nun stehe ich hier, suche jemanden den ich kenne. Das ist mein Ziel, oder? Sehe ich jemanden? Ich stehe hier und sehe Leute vorbeischlendern. Arm in Arm. Viele schauen sich die Karten vor den Lokalen an. Ich merke wie mein IPod leiser wird. Was ist los? Die Batterie ist leer und ich habe keine neue. Soll ich jemanden fragen, ob er/sie eine für mich hat? Ich schaue mich um, aber ich will diese allgemeine Zweisamkeit nicht stören.
Mir fällt ein, dass er keine Batterien zum Austauschen besitzt, wie zerstreut ich doch bin.
Ich suche mir eine weitere Bank und setze mich darauf. Gelächter dringt an mein Ohr. Ich schaue mich um. Gerade geht eine Tür auf. Zwei Paare kommen heraus. Ein breites Grinsen und lautes Gelächter zeigen ihre Gesichter. Wo sind meine Bekannten? Bin wirklich so allein? Kennt mich denn niemand? Ich sehe nur unbekannte Gesichter. Zwei Besoffene lallen mich zu. Ich mache ihnen klar, daß ich mich gut fühle. Sie gehen. Was hab ich getan! Es geht mir doch gar nicht gut! Ich sehne mich nach Gesellschaft, aber alles, was ich bekomme, ist ein Lächeln. Nicht mal Hunde streunen herum. Ich höre Vögel zwitschern. Küken - Kinder. Wie kann man alleine Kinder kriegen? Und ich BIN allein. Hat mein Leben einen Sinn? Ich stehe wieder auf, gehe zur U-Bahn, mein Ziel: mein Zuhause. Werde ich dort ankommen? Ich steige die Rolltreppe hinab. Eine Stufe nach der anderen. Ich steige in einen Regionalzug-Waggon. Ich bin der einzige in diesem Abteil. Kurz vor der übernächsten Station fällt das Licht aus. Wie sehr sehne ich mich nach jemanden, den ich im Arm halten kann. Jemand, der sich an mich lehnt. Jemand, der mich braucht. So wie ich sie. Jemand, der meine Gedanken mit mir teilt. Die U-Bahn hält an der nächsten Station. Ich höre, wie eine Tür aufgeht. Wer mag das sein? Ein Pärchen? Jemand, den ich kenne? Ich schaue mich um. Die Türen schließen sich. Niemand da! Will man mich verarschen? Ich gebe mich wieder meinen Gedanken hin. Allein sein. Ist das gut? Ich sehe nichts Positives daran. Ich sehe aus dem Fenster. Ich sehe aus dem Fenster. Ich sehe eine Tunnelplatte neben der nächsten. Ich schaue wieder in das Abteil. Es sitzt jemand vor mir.
Ich wundere mich und schaue sie fragen an. Sie schaut zurück und sagt: "Ich hab meine Schuhe gebunden..." - Ah, deswegen hab' ich sie nicht gesehen. "Du siehst traurig aus..." sage ich. "Hmmmm. Das Leben ist hart und gemein." Sie schaut mich an: "Du siehst auch nicht gerade fröhlich aus." "Hmm. Hmmmm." Kann ich ihr vertrauen? Egal! "Ich fühle mich so einsam." Ich schaue zu Boden. "Du hast recht, das Leben ist hart und gemein." - Keine Antwort - Ich schaue auf. Niemand da. Ich frag, mich was das gerade war. Ein Gespenst? Meine Station, ich steige aus dem Wagen und trotte nach Hause. Und während ich so gehe, frage ich mich, wer oder was das war. Ich sperre meine Wohnungstür auf. Niemand da, alles dunkel. Ich finde einen Zettel: "Sind bei Freunden. Schlaf gut."
Ich lege mich ins Bett. Grüble nach. Jetzt liege ich hier, allein! War ich vorhin auch allein? Wer war das vorhin? Leide ich unter Verfolgungswahn? Ich spüre, daß ich nicht alleine bin. Was könnte das sein? Werde ich verrückt? Erschaffe ich mir jetzt schon Traumbilder, nur um nicht mehr allein zu sein? So etwas soll es ja geben. Nein, das glaube ich nicht! So was mache ich nicht! Jetzt bin ich wieder allein. Alleine in meinem Bett. Wie schön kann es sein, zu zweit im Bett zu liegen? Aber ich liege hier und habe nur mich, mich und meine Gedanken.